Gedenken an das Nilgans-Paar am Stadlersee
Stadlersee – 4. April 2026
Im Jahre 2026 suchten ein Paar prächtiger Nilgänse Zuflucht am idyllischen Stadlersee, wo sie sich in die Herzen der Anwohner schlichen. Jahr für Jahr hatten Nilgänse hier ihre Jungen zur Welt gebracht, sie behutsam aufgezogen und sie schließlich in die Lüfte entlassen, um weiterzuziehen. Es war ein stilles Schauspiel der Natur, das uns alle fesselte: Bei jedem Spaziergang um den See suchten wir sie mit Blicken, verfolgten den Fortschritt der flauschigen Küken und freuten uns über ihr Gedeihen. Nach nur wenigen Begegnungen gehörten sie einfach dazu – wie alte Bekannte, deren Wohlergehen uns am Herzen lag. Diese eleganten Vögel, mit ihrem stolzen Gang und dem sanften Gefieder, wuchsen uns ans Herz und erinnerten uns an die zerbrechliche Schönheit des Lebens.
Doch in diesem Jahr endete ihre Geschichte tragisch und abrupt. Von einem Jäger aus dem Verborgenen heraus wurden beide Nilgänse erbarmungslos abgeschossen, nur weil sie als „invasive" Art eingestuft wurden – eine bürokratische Kategorie, die ihre Anmut und ihren Platz in unserer Welt ignorierte. Es gibt wenige von ihnen in unserer Umgebung, und doch wählten sie offenbar den falschen Brutplatz. Hätten sie in der Schweiz einen Asylantrag gestellt, wäre dieses grausame Schicksal ihnen wohl erspart geblieben... Ein solcher Verlust lässt uns innehalten und zweifeln: Muss die kalte Logik der Vorschriften stets über die Wärme des Mitgefühls siegen?
Ruhet in Frieden, ihr treuen Gefährten des Sees. In eurer Unschuld wart ihr uns Vorbild – Tiere sind oft die besseren Menschen. Eure Erinnerung wird uns begleiten, wie das sanfte Plätschern des Wassers, das von eurer Abwesenheit flüstert.